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Leistungen der ambulanten Suchthilfe des AGJ-Fachverbandes im Jahr 2008

Prävention

2008 führten unsere ambulanten Einrichtungen im Bereich der Prävention und Öffentlichkeitsarbeit 949 Veranstaltungen durch, mit denen knapp 20.799 Personen erreicht wurden. Schwerpunkt war die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen (264 Veranstaltungen).

Ambulante Beratung und Behandlung

Die Ergebnisse der Jahresauswertung der Suchtberatungsstellen zeigen im Vergleich zum Vorjahr keine dramatischen Veränderungen. Die ambulanten Beratungs- und Behandlungsstellen unseres Verbandes hatten im Jahr 2008 zu 9.934 Personen Kontakt (Vorjahr: 9.222 Personen). Davon wurden 4.897 (4.636) Klientinnen und Klienten intensiv (mit 2 und mehr Kontakten) betreut. Es wurden knapp 40.000 Einzel- und Gruppengespräche erbracht. 498 (430) Personen wurden in stationäre Rehabilitationskliniken vermittelt. Damit hat sich der auffallende Rückgang aus dem vergangenen Jahr nicht fortgesetzt; es wurden von uns ähnlich viele Personen in stationäre Suchtbehandlung vermittelt wie 2006 (494).
63 % aller Betreuten hatten als Hauptsymptom eine alkoholbezogene Störung, 17 % waren von Opiaten abhängig und 10 % hatten primär einen Cannabismissbrauch bzw. eine Cannabisabhängigkeit. Neben den genannten Hauptsuchtmitteln wurden in vielen Fällen weitere Suchtmittel zusätzlich konsumiert.

Ambulante Rehabilitation

Ambulante Rehabilitation ist ein wichtiger Baustein in einem differenzierten Suchthilfesystem. Hierzu zählen auch Patienten/-innen der Kombinationstherapie. 2008 führten wir 205 (2007=180) ambulante Rehabilitationsbehandlungen in unseren Beratungsstellen durch.

Suchtberatung in der Justizvollzugsanstalt Freiburg

In der JVA Freiburg werden suchtkranke Gefangene über die Möglichkeiten einer Therapie beraten und in stationäre Behandlung vermittelt. Hier konnte im vergangenen Jahr eine Personalstelle zusätzlich geschaffen werden. 231 Personen wurden im Rahmen dieser Tätigkeit erreicht. Unterstützt wird die Arbeit in der JVA Freiburg durch die von uns gegründete und betreute Selbsthilfegruppe CELLNET, ein Treffpunkt für Gefangene mit Drogenproblemen. Außerdem ermöglicht der Förderverein für KOBRA e.V. zwei regelmäßig stattfindende Gruppen zur Therapievorbereitung und eine Gruppe für russischsprachige Klienten. Die „Glücksspirale“ ermöglichte die Einrichtung einer Gruppe für junge Gefangene.

Ambulante Nachsorge

Bei 303 Klienten/-innen wurde die ambulante Nachsorge beim Träger der stationären Therapie in Rechnung gestellt.

Ambulant Betreutes Wohnen für Suchtkranke

Die Wohngemeinschaften für das „Ambulante Betreute Wohnen“ (ABW) erhielten insgesamt 214 Anfragen. 88 Personen lebten 2008 in unseren Wohngemeinschaften. Bei den 60 Entlassungen aus der stationären Nachsorge zeigt sich eindrucksvoll der Erfolg dieser Maßnahme: Hatten zu Beginn nur 9 Personen ein Beschäftigungs- oder Ausbildungsverhältnis, waren es zum Abschluss der Nachsorge 29.

Stationäre Rehabilitation in den Kliniken der AGJ

Die Rehakliniken des AGJ-Fachverbandes haben 2008 erneut ein ausgesprochen erfolgreiches Jahr gehabt: alle Kliniken waren voll ausgelastet, von größeren Belegungsschwankungen oder Abbruchwellen sind wir verschont geblieben. Allerdings machen sich die Steigerungen im Betriebs- und Personalkostenbereich in den großen Einrichtungen besonders bemerkbar: trotz noch höherer Auslastung als im Vorjahr ging der Erlös der Einrichtungen zurück. In der ersten Hälfte 2008 waren es die bis zu 60% gestiegenen Energiekosten, in der zweiten Jahreshälfte dann die deutlichen Tariferhöhungen, die zu Buche schlugen. Energieintensive Bereiche wurden überprüft (im Freiolsheim wurde das Schwimmbad geschlossen), Investitionen zurück gestellt und weitere Sparmaßnahmen eingeleitet. Die Situation für das Jahr 2009 wird trotz der erreichten überdurchschnittlichen Vergütungsvereinbarungen finanziell schwierig bleiben.

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